Kategorie: Umwelt
Eingestellt am 29. Juni 2010, 08:22
Energie gewinnen - Sahara begrünen
Eine mit Solarzellen beschichtete Folie wird mit 4 geostatinären Sateliten über der Sahara aufgespannt und wirkt so als grosser Sonnenschirm.
Die EL. Energie wird über eine Richtantenne zur Erde übertragen.
Im Schattenbereich der Wüste bilden sich Wolken und der Regen macht die Wüste fruchtbar.
Die EL. Energie wird über eine Richtantenne zur Erde übertragen.
Im Schattenbereich der Wüste bilden sich Wolken und der Regen macht die Wüste fruchtbar.
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Kommentare von:
Achmed
Alle anderen Arten 'artifizieller' Begründung würden nämlich keine langfristige Verbesserung bedeuten. Schon einmal um diese Ecke gedacht??! ;-)
Dr._Petrak
http://www.elsevier.com/wps/find/bookdescription.cws_home/716495/description
Prof. Rosa leitete damals die wissenschaftlichen Untersuchungen zum "runterbeamen" der Solarenergie mit Mikrowellen. Er hatte sogar angeboten, sich persönlich in den Spot zu legen, wo die Mikrowellen empfangen werden, um zu demonstrieren, dass es ungefährlich ist.
Aber mal abgesehen von fantastischen Ideen im All, sind geostationäre Satelliten äußerst nützlich für Solarenergie. Die Webseite http://www.focussolar.de zeigt auf unterhaltsame Weise, was man heute schon alles mit geostationären Satelliten machen kann. Solarfans werden ihre Freude haben! So können sich Besucher z.B. einen Film anschauen, wie Solarenergie im zeitlichen Ablauf eines Tages auf der Erde ankommt. Dieser Film wurde aus einer Serie von Satellitenbildern generiert. Oder man kann eine Ertragsprognose für seine Solaranlage bestellen. Für eine solche Berechnung werden mehr als 100 Tausend Satellitenbilder ausgewertet. Denn der große Vorteil von geostationären Satelliten ist, dass man mit ihnen die Solarenergie messen und kalibrieren kann - eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung von Solarenergie.
GünterDantrimont
warum sich mit Satelliten keinesfalls eine regional umrissene
Fläche wie etwa die Sahara abdunkeln läßt, wurde ja bereits
mehrfach ausgeführt.
Auch die Nachteile geostationärer Bahnen wurden angesprochen.
Eine - stark - modifizierte Variante könnte aus meiner Sicht
langfristig dennoch Sinn ergeben:
Angenommen, man würde in vielleicht 40 Jahren in einer vergleichbaren
(aber natürlich anderen) Umlaufbahn wie die heutigen GPS-Satelliten
eine Menge von vielleicht 400 Riesen-Solarsatelliten um die Erde
fliegen lassen und so ein zusätzliches "Global Dimming" von
vielleicht 1% der Sonneneinstrahlung bewirken, dann könnte man
neben der Energiegewinnung vielleicht die Klimaerwärmung stoppen.
Dies wäre vielleicht umweltverträglicher als die angeachte
Versprühung von Schwefeldioxid in hohen Luftschichten und
könnte vielleicht helfen, eine massenaussterbende Kettenreaktion des
in Sibirischem Landboden und weltweitem Meeresboden gebundenen Methan
zu vermeiden, die wohl bei ca. 4 Grad Klimaerwärmung zu befürchten ist.
Zur Erinnerung: vor ca. 250 Millionen Jahren hat eine ähnliche
Kettenreaktion von Methan zu einem Massenaussterben geführt, gegen
das das Saurier-Sterben vor 65 Millionen Jahren geradezu harmlos
war - relativ gesehen.
Manfred
Prof._Macke
ExperteNehmen wir an, der Schatten läge über der Sahara, dann würde auch hier die Änderung der Zirkulation die Luft austrocknen, noch mehr, als es jetzt schon der Fall ist. Damit wird es auch nicht grüner. Photosynthese ohne Licht wird es nachwievor nicht geben. Aber es gäbe einen anderen Weg, partiell die Sahara zu begrünen: Und zwar müssen wir sie - beginnend in den Randregionen - zunächst durch Anpflanzen und Bewässern künstlich begrünen. Das könnte die ansonsten vorherrschende großräumige Absinkbewegung etwas reduzieren und mehr
Niederschlag zulassen, was wiederum mehr Vegetation ermöglicht. Was wir zur Zeit beobachten ist der umgekehrte Prozess. Die Vernichtung von Vegetationsflächen führt zu weniger Niederschlag und noch mehr Wüstenbildung: Der Fachbegriff hierfür lautet Desertifikation.
Bürkle
ExperteErste Hürde Energieübertragung: Per Kabel geht das nicht, also brauchen wir eine Übertragung per Mikrowellen. Hierfür muss das „Kraftwerk im All“ über einem festen Ort stehen, wo die Empfänger installiert sind. Es benötigt also einen Platz auf der geostationären Umlaufbahn, auf der Satelliten ortsfest und synchron mit der Erdrotation um die Erde fliegen. Dieser Platz ist in knapp 36.000 Kilometern Entfernung von der Erde. Über diese Distanz müsste die im Weltall aus Sonnenlicht umgewandelte elektromagnetische Strahlung transportiert werden und zuverlässig einen Punkt auf der Erde erreichen. Eine geostationäre Parabolantenne müsste einen Durchmesser von elf Kilometern haben, damit ein Großteil der Energie auf einer Fläche von 100 Meter Durchmesser empfangen werden kann. Sie wäre also riesig, schwer, und damit teuer. Es kostet 50.000 US-Dollar, ein Kilo Material ins All zu transportieren.
Zweite Hürde: Lageregelung: Das eigentliche Solarsegel wäre vermutlich in 10 bis 20 Jahren prinzipiell realisierbar, bedingt jedoch aufgrund seiner Größe auch hohe Kosten. Während einer Erddrehung würde sich die Orientierung des Segels relativ zur Sonne ständig ändern. Also liefert es entweder nur schwankende Leistung oder es muss nachgeführt werden. Nachführen klingt einfach, ist aber bei einer frei fliegenden Konstruktion eine Herausforderung, zumal in Verbindung mit der Antenne. Für deren sehr zielgenaue Abstrahlung zum Empfänger ist ebenfalls eine Lageregelung erforderlich, und zwar eine wesentlich genauere. Wenn sie nicht zuverlässig sehr exakt ausgerichtet ist, wird der Mikrowellenstrahl zum Sicherheitsproblem auf der Erde. (Flugzeuge und Vögel müssten sowieso einen großen Bogen um den Strahl machen, um nicht gegrillt zu werden.) Aber zurück zur Regelung: Woher sollen die Satelliten über Jahre hinweg Energie bzw. Impuls zur Lageregelung und zur Ausrichtung von Solarsegel und Antenne haben? Auch ohne alle Aspekte diskutiert zu haben, dürfte hiermit bereits klar sein, dass dieser Ansatz nicht zu unserer zukünftigen Energieversorgung beitragen kann.
Den beschriebenen positiven Nebeneffekt, dass die Sahara mit einem riesigen Sonnensegel beschattet wird, kann die vorgeschlagene Konstruktion nicht haben. Im besten Falle könnte ein „geostationärer Sonnenschirm“ im Laufe eines Jahres an einem Ort zwischen dem 23. Breitengrad nord und süd an 2 Tagen im Jahr mittags mal ein wenig Schatten werfen. Siehe auch Kommentar unseres Kollegen Dr. Montenbruck.
Besser auf dem Boden bleiben
All das widerspricht aber keinesfalls der Idee, die immense Energieabstrahlung der Sonne zur Versorgung der Menschheit zu nutzen. Speziell im sogenannten Sonnengürtel der Erde ist ein recht hoher Ertrag zu erzielen. Die jährliche Einstrahlung auf 0,5 Prozent der Fläche der Sahara entspricht dem heutigen Jahresprimärenergiebedarf der Menschheit. Das Desertec-Konzept, das in seinem Kern aus den 1980er Jahren stammt, sieht vor, dass in den Ländern Nordafrikas und dem Mittleren Osten viele Sonnen- und Windkraftwerke Strom produzieren. Sie sollen primär die Region selbst versorgen, aber über verlustarme Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen auch zur Stromversorgung Europas beitragen. Dieses Konzept hat in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden und 2009 hat sich eine Reihe von Unternehmen in der Desertec Industial Initiative (Dii) organisiert, um seine Umsetzung anzugehen. Diese Art der Energiegewinnung fliegt zwar nicht, sie ist aber sicher, zuverlässig, umweltfreundlich und bezahlbar – kurzum: zukunftsfähig.
rgraether
Sie sagen doch selbst, dass die vorhandenen Geostat.Sateliten, manöveriert werden müssen.
Es wurde auch nachgewiesen, dass die Ionenantriebe, die ja auch die Sonnenenergie nutzen,über viele Jahre gut ihren Dienst tun.
Dr._Montenbruck
ExperteBeim ersten Teil ist zunächst die Frage zu stellen, ob ein weltraumbasierter Sonnenkollektor in der Gesamtbilanz wirklich Vorteile gegenüber einem erdgebundenen System bietet. Zwar könnte man im Weltraum im Idealfall von einer permanenten Beleuchtung profitieren und die Verluste der Atmosphäre vermeiden. Angesichts der hohen Kosten für die Verbringung eines Kollektors in den Weltraum wäre es aber wohl immer noch billiger einfach am Boden entsprechend größere Kollektoren zu bauen. Auch die Kosten für ein System zum Transport der gewonnenen Energie zur Erde (wie?) sind sicher nicht zu vernachlässigen.
Was den zweiten Teil des Vorschlags betrifft, ist ein geostationärer Satellit zwar immer über einem festen Punkt der Erde angesiedelt. Dies bedeutet aber nicht, dass auch der Schatten immer auf denselben Punkt der Erde fällt. Ein Sonnensegel, das immer denselben Punkt abdeckt, müsste mit einem komplizierten Antriebsystem versehen sein und vermutlich in großer Entfernung von der Erde stehen (ein erdnaher Satellit würde sich viel zu schnell um die Erde herumbewegen). Betrachtet man einmal den Erdmond als Beispiel eines Schattenspenders, so erkennt man auch, dass man selbst bei einem großen „Solarsegel“ nur einen sehr kleinen Kernschatten, aber einen sehr großen Halbschatten erhält. Man kann also nicht nur gezielt die Sahara abschatten, sondern wird evtl. größere Teile des Globus in Mitleidenschaft ziehen.
Zu bemerken wäre schließlich noch, dass es nicht möglich ist, mit vier geostationären Satelliten eine rechteckige Folie aufzuspannen. „Geostationäre“ Satelliten unterliegen ständigen Störkräften, die eine regelmäßige Bahnkontrolle erfordern. Außerdem kann ein geostationärer Satellit niemals permanent über oder unter dem Äquator stehen, sondern wandert im Lauf eines Tages von Norden nach Süden und wieder zurück, wenn er nicht durch aufwändige Antriebsystem davon abgehalten wird.
Die Idee stößt somit schnell an eine Reihe von grundlegenden Grenzen, die eine Realisierung eher unwahrscheinlich machen.
rgraether
Danke!
sunshine
Peter
rgraether
Auch gibt es viele gute Fachleute, die lieber an friedlichen Projekten arbeiten, als in der Rüstungsindustrie.
Karl- Heinz
rgraether
Wo steht denn deine Idee?
carpediem
rgraether
Wie gross der Schatten von, z.B 4 Qadratkilometern Solarfolie wäre, kann man berechnen.
Die Idee wird ja nun von Fachleuten bewertet und da kennt bestimmt jemand ein Programm, mit dem man das ganze simmulieren kann.
sunshine
rgraether
In Japan gibt es schon ein solches Projekt.
http://www.usef.or.jp/english/f3_project/ssps/f3_ssps.html
Neu ist nur die Kombination als Sonnenschirm für eine Wüste.
kbruck
rgraether
1. Folie kann zum Teil Lichtdurchlässig sein.
2. Wenn die Folie nicht bewegt wird, gibt es für die Pflanzen die nicht so heisse Morgen- und Abend- Sonne.
sunshine